Zunächst möchten wir uns als Redaktion wieder bei allen bedanken, die an der vorliegenden ausgesprochen reichhaltigen und zukunftsweisenden Ausgabe 5/2012 mitgearbeitet haben. Man darf nicht vergessen, dass sowohl die inhaltlichen als auch die technischen Anstrengungen für alle Beteiligten neben einer anstrengenden Berufstätigkeit im Rahmen ehrenamtlich-professionellen Engagements geleistet werden!
Nun ein paar einleitende Vorbemerkungen zur Thematik:
Die Lehrerbildung in Deutschland, der Schweiz und Österreich weist hinsichtlich ihrer Reformnotwendigkeit gemeinsame Problemstellungen auf, steht aber auch z.T. vor unterschiedlichen Problemen.
Gemeinsam ist allen drei Ländern die Notwendigkeit und der Versuch, Theorie und Praxis der Lehrerausbildung einander anzunähern. Wie kann es gelingen, dass eine Annäherung an unterrichtliches Handeln in der Lehrerausbildung ab einem sinnvollen Zeitpunkt der universitären Lehrerbildung vorgenommen wird, ohne die notwendigen theoretischen und reflexiven Bezüge pädagogischen Handelns zu vernachlässigen? Wie kann die Theorie-Praxis-Vermittlung unter gemeinsamer Kooperation von Hochschullehrern und qualifizierten Praktikern unter dem Dach der Universitäten so organisiert werden, dass ein systematischer Aufbau und ein zielführender Professionalisierungsprozess eingeleitet wird?
Insbesondere die extreme Segmentierung durch die Kulturhoheit der deutschen Bundesländer sowie z.T. die Trennung von Kultus- und Wissenschaftsministerien stehen gegen die im Bologna-Prozess angestrebte internationale Angleichung der Studienstrukturen und -abschlüsse. Inwieweit lassen sich Ansprüche des Bologna-Prozesses in Deutschland im Vergleich zu Österreich und der Schweiz realisieren? Auch in Österreich ist die Frage nach gestuften Studiengängen sowie die institutionelle Verortung – an Pädagogischen Hochschulen und/ oder in den Universitäten noch relativ offen.
Gerade unter strukturellen Gesichtspunkten muss dementsprechend gefragt werden, wie eine gestufte Lehrerausbildung aussehen kann, die einerseits dem Bolognaprozess entspricht und andererseits einer Theorie-Praxis-integrierten Lehrerausbildung nicht im Wege steht, sondern sie systematisch begünstigt. Wie sind Universitäten, Bachelor/ Master-Strukturen, Studienseminar, Lehrerfort- und -weiterbildung im Sinne eines das Studium und den weiteren Berufsweg begleitenden aufeinander aufbauenden Professionalisierung zu integrieren?
Wie kann diese Integration so gelingen, dass ein effizienter Weg der Lehrerbildung beschritten wird und hierbei die Gesundheit und die Ressourcen der beteiligten Personen eine Stärkung und keine professionelle Destruktion erfahren?
Ist gar mittelfristig eine einphasige Lehrerbildung mit schulpraktischen Studien von Anfang an, wie z.B. in Finnland, anzustreben?
Wie lassen sich die Probleme der Polyvalenz und der späteren Jobrotation hierbei sowohl im Interesse der an der Ausbildung beteiligten Subjekte als auch im Interesse der Abnehmer von Lehrerbildung lösen?
An welcher Stelle des Professionalisierungsprozesses sollten Eignungsprüfungen, Beratungen, aber auch Grenzen eingezogen werden? Wie soll dies gestaltet werden?
Die vorliegende Ausgabe von Schulpädagogik-heute enthält Beiträge aus Deutschland, der Schweiz und Österreich und stellt damit erstmals einen aktuellen Überblick für die Reform der Lehrerbildung in allen drei Ländern dar, der Theorie orientierte Basisbeiträge, Forschungsberichte, Praxisbeiträge sowie Diskussionsanregungen („Forum“) enthält.
Eine nachfolgende Buchpublikation in Form von zwei Bänden ist wieder im Rahmen der Schriftenreihe “Theorie und Praxis der Schulpädagogik“ vorgesehen.
Genauso sind die etwas überarbeiteten Beiträge der vorherigen Online-Ausgabe zur Binnendifferenzierung soeben im Prolog-Verlag www.prolog-verlag.de soeben erschienen und dort erhältlich:
Band 17:
Thorsten Bohl/ Manfred Bönsch/ Matthias Trautmann/ Beate Wischer (Hrsg.):
Binnendifferenzierung.
Teil 1: Didaktische Grundlagen und Forschungsergebnisse.
Band 18:
Manfred Bönsch/ Klaus Moegling (Hrsg.):
Binnendifferenzierung.
Teil 2: Unterrichtsbeispiele für den binnendifferenzierten Unterricht.
Die nächste Ausgabe zum Thema „Körper, Bewegung und Schule“ ist bereits in Arbeit. Gern können Sie noch bis zum 1.5.12 Forschungsbeiträge und bis zum 1.6.12 für die anderen Rubriken Beiträge einsenden. Auch über Leserbrief und Stellungnahmen, die wir abdrucken werden, freuen wir uns.
Bitte beachten Sie die Autorenhinweise und die Beschreibung der einzelnen Rubriken bei der Abfassung der Beiträge.
Die Redaktion von Schulpädagogik-heute ist gespannt auf Ihre Beiträge:
sh@schulpaedagogik-heute.de .
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Redaktion Schulpädagogik-heute
Katja Faulstich-Christ, Gabriel Hund-Göschel, Klaus Moegling (verantwortl.),
Tim Sauerwein, Patrick Schüler und Martin Volkmann
01. März 2012








