Vorausschau

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Ausgabe 14/ 2016 und weitere Ausgaben

Ausblick in die Zukunft von Schulpädagogik-heute
Zum 1.9.2016 wird es eine Themenausgabe „Redaktion Schulpädagogik-heute – reloaded“ (14/ 2016) geben. Hier werden die verschiedenen Beiträge der Redaktionsmitglieder von Schulpädagogik-heute aus den bisherigen sieben Jahren der schulpädagogischen Online- Zeitschrift im open access zu den verschiedenen Themenausgaben publiziert. Diese Beiträge aus Theorie, Forschung und Praxis sind bisher nur verstreut in den verschiedenen Herausgeberbänden der Schriftenreihe ‚Theorie und Praxis der Schulpädagogik‘ (Prolog- Verlag www.prolog-verlag.de) einsehbar und würden somit erstmals im open access kompakt zur Verfügung gestellt.

Ab dem 1.3.2017 beginnt ein neues Format von Schulpädagogik-heute – weg von den großen Themenausgaben hin zu einer mehr interaktiven Weise, sich mit aktuellen schulpädagogischen und bildungspolitischen Themen auseinanderzusetzen. Hierüber werden wir rechtzeitig genauer informieren. Auch für dieses Format werden die Leser_innen, Autoren_innen, die Redaktion sowie der wissenschaftliche Beirat gebeten, sich aktiv gestaltend einzubringen. Dies bedeutet, dass eine Kommentierungsfunktion und die Möglichkeit auch zu ausführlicheren thematischen Stellungnahmen eingerichtet werden wird.
Hier könnten Themen wie z.B. ‚Ökonomisierung der Schule‘, ‚Säkularisierung versus Religiösität in der Schule‘, ‚Finanzierung von Bildung‘ oder ‚Inklusion – zwischen Mängelverwaltung und pädagogischem Idealismus‘ durch anerkannte und durch die Redaktion ausgewählte Experten_innen kontrovers vorgestellt und interaktiv gestaltet werden.

Die bisher umfangreichste Ausgabe unserer Halbjahres-Online-Zeitschrift Schulpädagogik-heute liegt nun vor: 120 Autorinnen und Autoren haben ca. 80 Beiträge zur zentralen Frage nach der Qualität von Schule verfasst.

Die Frage nach den ‚guten Schulen‘ wird zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Kulturkreisen sicherlich verschieden beantwortet werden. Dementsprechend besteht kein Konsens über Ergebnisse, auf die schulisches Wirken abzielen soll und über Wege, die die Umsetzung der Ziele fördern sollen. Folglich müssen bei der Bestimmung von Schulqualität, die als ein mehrdimensionales Konstrukt verstanden wird, die Wechselbeziehungen zwischen Faktoren des Kontextes, des Unterrichts und der Zielgruppen beachtet werden (Ditton/ Müller, 2011). Aber auch die eigene gesellschaftliche, politische und ökonomische Interessenslage wird einen Einfluss auf die Beantwortung der Frage nach der guten Schule haben. Entsprechend wird insbesondere das Verhältnis von Erziehung und Bildung für schulische Ziele unterschiedlich gesetzt werden – in den Extremen zwischen auf Anpassung ausgerichteter Dressur und an Mündigkeit orientierter Partizipation verortet.

Diese Fragestellung scheint daher nicht ohne Weiteres klärbar zu sein und bedarf eines erweiterten schulpädagogischen Diskurses.

Auf den ersten Blick könnte man vielleicht sagen, dass eine ‚gute Schule‘ diejenige Schule ist, die vom Kind bzw. Jugendlichen ausgeht und für die Lernenden geplant wird. Doch wer bestimmt, wie Kinder und Jugendliche sind und welche Lernumgebung sie brauchen? Sind die Lernenden nicht sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und als Ganzes im Hinblick auf ihre optimale Beschulung nicht bestimmbar? Auch die durch die aktuelle Flüchtlingsbewegung bedingten zahlreichen Zugänge von neuen Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Kulturen dürften die Problematik von Verallgemeinerungen deutlich machen.

Eine pädagogische Institution wie die Schule müsse dem Lernen dienen. Allerdings die Fragen und Auffassungen, was Lernen ist, wie es sich im Lernenden vollzieht und wie man es am besten fördern kann und überhaupt, was denn überhaupt z.B. mit dem Blick auf die Zukunft in einer Schule gelernt werden soll, sind keineswegs geklärt. Doch ist von der Klärung dieser Fragen die Funktion und die Anlage einer Schule entscheidend abhängig. Es ist ein Unterschied für die Lebenssituation und den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler, ob eine Schule sich als ‚Bewegte Schule‘ mit einer anderen Rhythmisierung im Rahmen einer gebundenen Ganztagsschule oder als Halbtagsschule nur mit zwei Stunden Sportunterricht pro Woche konzipiert. Versteht sich eine Schule primär als ‚Gesundheitsschule‘, als ‚inklusive Schule‘ oder als ‚Kulturschule‘ wird sie sich eine andere Struktur mit entsprechenden inhaltlichen Prioritäten geben als eine Schule, die insbesondere darauf bedacht ist, bei kognitiv orientierten Schulleistungstests im Ranking möglichst weit oben abzuschneiden. Dementsprechend werden das Lernen und die Schulkultur anders verstanden und anders angelegt werden.

Auch der Blick über den kulturellen Zaun hinaus könnte dazu führen, von anderen Bildungskulturen und von deren Schulen zu lernen. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass schulische Innovationen nur aus westlich geprägten Ländern von Relevanz sind. Häufig scheint es selbstverständlich, dass schulische Innovationen nur von westlich orientierten Ländern ausgehen. Doch Lernen in einem globalen Zusammenhang kann für Schulen heute auch mehr bedeuten. So könnten das aus Indien stammende ‚Lernen mit Lernleitern‘ oder die in Lateinamerika konzipierte ‚Befreiungspädagogik‘ durchaus reformorientierte Anregungen für schulische Innovationen bieten.

Unter dem Aspekt der Interkulturalität muss die Schule auch unter dem Einfluss von Globalisierungsschüben und einer sich entwickelnden Migrationsgesellschaft betrachtet werden – so Kiper (2013, 265):

„Es scheint, als müsste eine Theorie der Weltgesellschaft als neuer Referenzrahmen auch für eine Theorie der Schule gewählt werden. Während im 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert die Schule ein Motor für die Herstellung der Nationen war, übernimmt sie gegenwärtig eine gewisse Rolle bei der Evolution zur Weltgesellschaft; sie bereitet funktional für die Weltgesellschaft vor und stellt Strukturen eines Weltbildungssystems mit her.“

Auch die Frage nach der vertretbaren Selektivität von Schule im Zusammenhang mit dem mehrgliedrigen hochselektiven Schulsystem im Vergleich zu Bildungsleistungen von integrativen Systemen, die auf eine frühe Selektion verzichten, ist ein immer noch strittiges Problem. Über die schulstrukturellen Konsequenzen des Zusammenhangs von Diagnostik und Förderung ist in Verbindung mit der Suche nach der ‚guten Schule‘ die Diskussion noch längst nicht zu Ende geführt –.so Klafki (1996, 306 f.):

„Um ausloten zu können, was ein neues Schulkonzept, insbesondere die Integrierte Gesamtschule, erzieherisch und unterrichtlich ‚leisten‘ kann, ist mehr als ein Zeitraum von einem oder anderthalb Jahrzehnten (oder gar noch eine kürzere Phase) notwendig, und zwar eine längere Zeitspanne kontinuierlicher innerer Reformen, die freilich nicht durch äußere Restriktionen und Zwänge zur Anpassung an die Kriterien eines selektiven Systems eingeschränkt werden dürften.“

Zusammenfassend kann resümiert werden, dass die einzelne Frage „Was sind gute Schulen?“ zahlreiche weitere Fragen in unterschiedlichen Bereichen und aus differierenden Perspektiven aufwirft, die im Rahmen der vorliegenden Themenausgabe bearbeitet werden:

  • Historische und kulturelle Relativität von Schule;
  • Rolle der Schule bei Erziehung und Wertevermittlung;
  • Schule von den Kindern und Jugendlichen her denken;
  • Funktionen der Schule und Konsequenzen für das Lernen;
  • Partizipation, Schulaufsicht und Schulentwicklung;
  • Kompetenzorientierung und Prüfungsformate in der ‚guten Schule‘;
  • Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen;
  • Rhythmisierung von Ganztagsschulen;
  • ‚Gute Schulen‘ und Inklusion;
  • Lehrerbildung und Schulqualität;
  • Zum Verhältnis von Schulatmosphäre, Unterrichtsklima und Lernerfolg;
  • Lernökologische Gestaltung von Schule;
  • Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien kommen in die Schulen;
  • Schulen der Zukunft;
  • Weltgesellschaft, Globalisierung und Schulentwicklung;
  • Zur Frage religiöser und ethischer Bildung an ‚guten Schulen‘;
  • Digitale Lerngemeinschaften;
  • Gesunde Schule – Wann stärken Schulen die Ressourcen der Lernenden?
  • Erfolgreiche Schulmodelle aus anderen Kulturkreisen;
  • Verhältnis und Vergleich von privaten und öffentlichen Schulen;
  • Schulfunktion und Schulstruktur;
  • Best Practice-Beispiele gelungener Schulentwicklung.

Die Ausgabe wurde federführend betreut von Swantje Hadeler, Gabriel Hund-Göschel und Klaus Moegling. Die Beiträge zur Ganztagsschule wurden von Natalie Fischer, Hans-Peter Kuhn und Carina Tillack betreut. Allen Autorinnen und Autoren und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats von Schulpädagogik-heute und weiteren Gutachterinnen und Gutachtern sei wieder sehr herzlich in Bezug auf ihr ehrenamtlich-professionelles Engagement für unsere halbjährlich publizierte Online-Zeitschrift gedankt!

Zwei Neuerscheinungen zum Thema ‚Transparenz im Unterricht und in der Schule‘

Auf der Grundlage der letzten Schulpädagogik-heute sind nun zwei Herausgeberbände im Prolog-Verlag erschienen:

Schriftenreihe ‚Theorie und Praxis der Schulpädagogik‘, Band 32

Klaus Moegling/ Sabrina Schude (Hrsg.):

Transparenz im Unterricht und in der Schule. Teil 1

Theorie und Praxis transparenten Unterrichts und transparenter Schulorganisation

303 S., ISBN 978-3-934575-85-1, 29.80 EUR

und

Schriftenreihe ‚Theorie und Praxis der Schulpädagogik‘, Band 33

Sabrina Schude/ Klaus Moegling (Hrsg.):

Transparenz in Unterricht und Schule. Teil 2

Forschungsergebnisse und Diskussion

288 S., ISBN 978-3-934575-86-8, 27.80 EUR

Bestellung:

Beide Bände sind beim Prolog-Verlag per E-Mail (info@prolog-verlag.de), über die Homepage (www.prolog-verlag.de), über Amazon oder im Buchhandel bestellbar.

Ausblick in die Zukunft von Schulpädagogik-heute

Die nächste Ausgabe 14/ 2016 wird zum 1.9.2016 online sein. Es wird eine Themenausgabe mit dem Motiv „Redaktion Schulpädagogik-heute – reloaded“ (14/ 2016) sein. Hier werden die verschiedenen Beiträge der Redaktionsmitglieder von Schulpädagogik-heute aus den sieben Jahren der schulpädagogischen Online-Zeitschrift im open access zu den verschiedenen Themenausgaben publiziert. Ab dem 1.3.17 beginnt ein neues Format von Schulpädagogik-heute – weg von den großen Themenausgaben hin zu einer mehr interaktiven Weise, sich mit aktuellen schulpädagogischen und bildungspolitischen Themen auseinanderzusetzen. Hierüber werden wir rechtzeitig genauer informieren. Auch für dieses veränderte Format werden die Leserinnen und Leser, Autorinnen und Autoren, die Redaktion sowie der wissenschaftliche Beirat gebeten, sich aktiv gestaltend einzubringen.

Viel Spaß und Leseerfolg nun bei der vorliegenden Themenausgabe von Schulpädagogik-heute zum Thema ‚Was sind gute Schulen?‘.

Ihre Redaktion und der herausgebende Prolog-Verlag

Für die Redaktion: Bastian Adam, Janina Fetzer M.A., Dr. Swantje Hadeler, Gabriel Hund-Göschel, Dr. Dietrich Karpa, Julian Kempf M.A., Gwendolin Lübbecke, Prof. Dr. Klaus Moegling (verantwortlich), Dr. Sabrina Schude, Dr. Catrin Siedenbiedel, Dr. Caroline Theurer, Carina Tillack M.A.

 

Literatur

Ditton, H./ Müller, A. (2011): Schulqualität. Wiesbaden.

Kiper, H. (2013): Theorie der Schule. Institutionelle Grundlagen pädagogischen Handelns. Stuttgart.

Klafki, W. (1996): Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik. Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive Didaktik. 5. Auflage, Weinheim und Basel.

Meyer, H. (2008): Was ist guter Unterricht? 5. Auflage, Berlin.



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