08. August 2010
-- Veröffentlichung am 01. März 2013 --
Call for Papers
Für die Themenausgabe 7 der Online-Zeitschrit ,Schulpädagogik-heute´
Rhythmisierung der Schule
Herzrhythmus, Lebensrhythmus, Tanzrhythmus, Arbeitsrhythmus, Rhythmisierung von Schule – wenn das Leben aus dem Takt gerät, sind wesentliche rhythmische Bezüge des Lebens gefährdet.
Der Takt entspricht der Einteilung der Zeit in Abschnitte, der Rhythmus bezieht sich auf die Art der Taktänderung (von schnellerem Takt zu einem langsameren Takt oder umgekehrt) und der Gestaltung der zeitlichen Intervalle (intensiv, zurückhaltend, aktiv oder passiv etc.). Rhythmisierung und die Gestaltung des Takts stehen in einer engen Verbindung zueinander.
Auf die Schule übertragen ist der Lernrhythmus, z.B. durch den Wechsel von kognitiv fordernden und entspannenden Lernphasen gekennzeichnet. Der Lerntakt ist hier noch häufig durch die Einteilung des Schultags in 45‘-Stunden oder in Doppelstunden gekennzeichnet.
Die Art des Wechsels von 45‘-Stunden zu Doppelstunden und zu zeitoffenen Phasen wiederum ist Ausdruck der Rhythmisierung von Schule und bestimmt sehr deutlich den subjektiven Lernrhythmus der Lernenden.
Dies lässt sich auch auf den Unterricht selbst übertragen: Die zeitliche Dauer des Takts der Unterrichtseinheiten begrenzt die unterrichtlichen Phasen und bestimmt die rhythmische Struktur des Unterrichts, also wie oft beispielsweise eine Phase der Ergebnissicherung vorgesehen werden kann und wie der Belastungswechsel im Unterricht selbst vorgenommen wird.
Rhythmus und Takt bestimmen die zeitlichen Strukturen, die Belastungsintervalle und beeinflussen somit das Lernen der Schülerinnen und Schüler.
Die Diskussion um die Rhythmisierung der Schule unterscheidet zwischen äußerer, unterrichtlicher und innerer Rhythmisierung.
Die äußere Rhythmisierung bezieht sich auf die institutionelle Konzeption hinsichtlich der Gestaltung von unterschiedlichen Zeitintervallen in einer Schulorganisation: Wann sind intensive Lernbelastungen in fest eingeteilten zeitlichen Abschnitten, z.B. Doppelstunden, und wann sind Formen selbstständigen Forschens in zeitoffenen Phasen vorgesehen? In welchen zeitlichen Einheiten sind Formen informellen Lernens und der Entspannung, z.B. in Spiel- und Sportpausen, eingeplant?
Die unterrichtliche Rhythmisierung bezieht sich auf die Gestaltung des Unterrichtsrhythmus, wie sich dies aus der Kommunikation von Lernenden und Lehrenden sowie aus den institutionellen Vorgaben heraus ergibt.
Die innere Rhythmisierung des Lernens ist von diesen Rahmenbedingungen mit beeinflusst, aber bezieht sich vor allem auf die Entscheidungen des Lernenden selbst, innerhalb dieser Möglichkeiten seinen Belastungswechsel zu organisieren und zu realisieren: Wann lasse ich mich mit welcher Intensität auf den Lernprozess ein? Wann brauche ich eine Phase der Erholung, wann möchte ich mich bewegen und entspannen? Wann möchte ich allein und wann in einer Gruppe oder mit einem Partner in welcher Intensität zusammenarbeiten?
Zentral stellt sich natürlich die Frage, wie der Schulrhythmus (äußere Rhythmisierung) organisiert sein sollte, damit er offen genug ist und genügend diversifizierte Lerngelegenheiten anbietet, so dass der unterrichtliche Rhythmus sein Gestaltungspotenzial entwickeln kann und der innere Lernrhythmus der Schülerinnen und Schüler eher unterstützt als behindert wird.
Sicherlich sind die Gestaltungschancen einer Ganztagsschule hinsichtlich der Rhythmisierungsthematik größer. Dennoch soll die Frage der Rhythmisierung von Schule auch bei der Halbtagsschule gestellt werden – eventuell auch in der Perspektive einer sich zeitlich allmählich ausdehnenden Schule.
‚Schulpädagogik-heute‘ sucht nach Basisartikeln zu den hier angesprochenen grundlegenden Fragen der Rhythmisierung von Schule, nach Forschungsbeiträgen sowie nach Praxis- und Forumsbeiträgen, die sich auf das Titelthema der geplanten Ausgabe 2013/1 beziehen. Auch Beiträge zu den anderen Rubriken sind sehr erwünscht und wie immer auch Leserreaktionen und Feedback.
Bitte senden Sie Ihren Beitrag bzw. Ihr Beitragsexposé an die Redaktion (Katja Faulstich-Christ, Gabriel Hund-Göschel, Klaus Moegling, Tim Sauerwein, Martin Volkmann):
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